Am 5. Dezember 2018 startete die Ausstellung „Zeitblende. 1968 bis 2018. Fotografien von Holger Rüdel“ im Stadtmuseum Schleswig. Vom 1. März bis zum 31. Juli 2019 war das Projekt in Kiel in der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein zu sehen.

Das Plakat zur Ausstellung "Zeitblende. 1968 bis 2018. Fotografien von Holger Rüdel" im Stadtmuseum Schleswig
Das Plakat zur ersten Station der Ausstellung „Zeitblende. 1968 bis 2018. Fotografien von Holger Rüdel“ im Stadtmuseum Schleswig 

Stationen der Ausstellung: Schleswig, Kiel und Berlin

Daran anschließend – vom 15. August bis 23. Oktober 2019 – zeigte die ver.di-Bundesverwaltung den erweiterten zeitgeschichtlichen Teil der Ausstellung in ihrer Galerie am Paula-Thiede-Ufer 10 in Berlin. 

Vorderseite der Einladung zur Eröffnung der Ausstellung "Zeitblende. Fotografien von Holger Rüdel" in der ver.di-Bundesverwaltung Berlin 2019
Vorderseite der Einladung zur Eröffnung der Ausstellung „Zeitblende. Fotografien von Holger Rüdel“ in der ver.di-Bundesverwaltung Berlin 2019

„Eine sehr vielschichtige und beeindruckende Retrospektive“ (Dr. Dörte Beier)

Für die Schleswiger Nachrichten berichtete Svend Windmann in der Ausgabe vom 7. Dezember 2018 über die Eröffnung im Stadtmuseum Schleswig:

Wohl selten war der Andrang bei einer Ausstellungseröffnung des Schleswiger Fotoclubs so groß wie am Mittwochabend. Rund 100 Gäste waren in den Stall des Schleswiger Stadtmuseums gekommen, um den Startschuss für die „Zeitblende“ von Holger Rüdel mitzuerleben – dem Mann also, der dieses Haus selbst mehr als 30 Jahre als Direktor geleitet hatte. Dass sein Herz für die Fotografie schlägt, wurde schon während dieser Ära immer wieder deutlich. So holte Rüdel Ausstellungen von zahlreichen international renommierten Fotografen in sein Haus. Nun also stehen seine Arbeiten im Mittelpunkt. „Er hat es vielen Künstlern ermöglicht, hier im Stadtmuseum auszustellen. Jetzt ist er an der Reihe – und das unterstützen wir natürlich sehr gerne“, sagte Thorsten Dahl, Vorsitzender des Fördervereins des Museums, in seinem Grußwort.

Bis zum 24. Februar werden dort nun auf zwei Etagen Fotos von Rüdel gezeigt, die in den vergangenen 50 Jahren entstanden sind. Während im Obergeschoss aktuellere Bilder, etwa Aufnahmen von Tieren, zu sehen sind, findet man im Erdgeschoss eher Zeitgeschichtliches. „Er fühlte sich zum Fotografen berufen“, sagte Rüdels Nachfolgerin Dörte Beier, die noch einmal auf dessen Biografie zurückblickte und dabei an Rüdels einstigen Wunsch, Fotojournalist zu werden, erinnerte.

Dass er das Zeug dazu gehabt hätte, betonte auch Friedrich Scheller, der Vorsitzende des Fotoclubs, der bereits seit 1980 mit dem Stadtmuseum kooperiert. „Diese Ausstellung ist in ihren Dimensionen auch für uns etwas Besonderes“, sagte Scheller.

„Die Ausstellung ist eine sehr vielschichtige und beeindruckende Retrospektive“, erklärte Museumsleiterin Dr. Dörte Beier in ihrer Einführungsrede zusammenfassend. 

“Fotografieren ist eine Art zu leben“ (Henri Cartier-Bresson)

Cover des Katalogs "Zeitblende. Fotografien von Holger Rüdel" mit dem Titelmotiv der gleichnamigen Ausstellung. 44 Seiten im Format DIN A4 quer mit 128 Abbildungen. Preis: 5,00 EUR. Erhältlich im Buchhandel oder direkt über photo@holger-ruedel.de
Cover des Katalogs „Zeitblende. Fotografien von Holger Rüdel“ mit dem Titelmotiv der gleichnamigen Ausstellung. 44 Seiten im Format DIN A4 quer mit 128 Abbildungen. Preis: 5,00 EUR. Erhältlich im Buchhandel, bei Amazon oder direkt über photo@holger-ruedel.de.

In der Einleitung zum Katalog der Ausstellung schreibt Holger Rüdel: 

Mit der Erfindung des Rollfilms und später des Kleinbildsystems waren um 1900 die Voraussetzungen für die Konstruktion kleiner, mobil einsetzbarer Kameras gegeben. Das war die Geburtsstunde des modernen Fotojournalismus. Fortan konnten Bildreporter flexibel agieren und hautnah von den Brennpunkten des Weltgeschehens berichten. Die Fotografie wurde so zum „Auge des 20. Jahrhunderts“.

Diese dokumentarische und zugleich aufklärerische Funktion der Fotografie inspirierte mich schon als Schüler. Als ich Ende 1967 mit 16 Jahren die erste eigene Kamera in der Hand hielt, suchte ich meine Motive auf der Straße und wurde Zeuge einer aktionsgeladenen Zeit des Aufbruchs in allen Bereichen des Lebens.

Ich fotografierte zum Teil im Auftrag von Schüler- und Studentenzeitungen, ab 1971 – während meines Studiums der Fächer Fotografie, Geschichte und Kunstgeschichte in Hamburg – auch als freier Mitarbeiter des Magazins „Konkret“ und anderer Publikationen.

Studentische Protestaktionen, die Rockerszene in Hamburg, der aufflammende Terror der „Rote Armee Fraktion“ (RAF), die Brennpunkte des Bürgerkriegs in Nordirland, das Schicksal Unterprivilegierter in Paris und die Hippieszene in Amsterdam – das waren einige der Themen, die ich in den frühen 1970er Jahren mit der Kamera beobachtete.

Mein zeitgeschichtliches Bildarchiv mit diesen und vielen anderen Motiven umfasst mehrere tausend Aufnahmen in Schwarzweiß und Farbe. Serien und Einzelbilder aus dem Archiv sind im Rahmen des Projektes „Zeitblende“ erstmals in einer Ausstellung zu sehen. Der Bogen spannt sich von Aufnahmen aus den „wilden 1960er Jahren“ über die Aktionen der Friedens- und Anti-Atomkraft-Bewegung um 1980 bis hin zum Vorabend des Mauerfalls in Berlin.

Im zweiten Teil der Ausstellung stehen neue fotografische Projekte im Mittelpunkt: Landschaften, Wildlife und die digitale Infrarot-Fotografie in Schwarzweiß, die mich seit 2014 zunehmend in den Bann zieht. In ihrer schwarzweißen Variante erschließt die digitale Infrarot-Fotografie neue Sehweisen und Bildwelten. Richtig eingesetzt, entstehen Aufnahmen von analytischer, bestechender Klarheit – oder aber Bilder im Stil des magischen Realismus.

Wie formulierte es doch einmal Sebastião Salgado? „Die Wirklichkeit ist farbig, die Wahrheit schwarzweiß.“

Zum Inhalt dieses Kataloges: Im Hauptteil werden – überwiegend ganzseitig – prägnante Beispiele aus den Motivgruppen der Ausstellung vorgestellt. Das vollständige Bildverzeichnis ist im Anhang zu finden und dokumentiert alle 91 Fotografien des Projektes. Ich danke dem Schleswiger Fotoclub  e. V., vertreten durch Friedrich-Wilhelm Scheller, für die Ausrichtung und engagierte Unterstützung der Ausstellung. Dem Stadtmuseum Schleswig, seiner Leiterin Dr. Dörte Beier und dem gesamten Team danke ich für die Bereitschaft, die Schau in diesem Hause zeigen zu können, dem ich über 30 Jahre verbunden war.  Und schließlich danke ich dem Verein zur Förderung des Stadtmuseums Schleswig e. V., der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein sowie der Nospa-Kulturstiftung Schleswig-Flensburg für ihre Hilfe beim Zustandekommen von Ausstellung und Katalog.  

 

Ein Video-Rundgang durch die Ausstellung im Stadtmuseum Schleswig

 

„Zeitblende“ im Fernsehen

Am 16. Dezember 2018 wurde ein Film des NDR über die Ausstellung im Schleswig-Holstein-Magazin von N3 ausgestrahlt. Der Bericht war bis zum 16. März 2019 in der Mediathek des NDR bzw. der ARD verfügbar. 

Pressearchiv

„Akteur und Beobachter zeigt bewegten Alltag“: Rezension von Sarah Schaefer (Berlin) in „M“, dem medienpolitischen Magazin von ver.di, erschienen am 12.9.2019

Rezension im Magazin „Lebensart im Norden“, Juni 2019

Ausstellungstipp im Kulturteil der Kieler Nachrichten am 2.4.2019

Ankündigung der Präsentation in der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein im Kieler Express vom 20.2.2019

Ausstellungsbericht im Magazin „Lebensart im Norden“, Februar 2019 

Artikel im Flensburger Tageblatt (Kulturteil) vom 4.1.2019 (auch erschienen in: Der Insel Bote, Eckernförder Zeitung, Glückstädter Fortuna, Holsteinischer Courier, Husumer Nachrichten, Landeszeitung, Norddeutsche Rundschau, Nordfriesland Tageblatt, Ostholsteiner Anzeiger, Schlei Bote, Stormarner Tageblatt, Sylter Rundschau, Wilstersche Zeitung)

Artikel in den Kieler Nachrichten vom 8.12.2018

Bericht über die Ausstellungseröffnung in den Schleswiger Nachrichten vom 7.12.2018

Interview mit Holger Rüdel in den Schleswiger Nachrichten vom 30.11.2018 (auch erschienen in: Flensburger Tageblatt, Husumer Nachrichten und Schlei-Bote)

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