Yellowstone im Winter. Die Landschaft

Black Pool im West Thumb Geyser Basin an einem eiskalten Tag.
Black Pool im West Thumb Geyser Basin an einem eiskalten Tag. © Holger Rüdel

Yellowstone im Winter – das ist eine Wildnis aus Feuer und Eis, ein Gesamtkunstwerk der Natur.

Selbst bei tiefsten Temperaturen tauchen bunte thermophile Organismen die vulkanische Landschaft an vielen Stellen in ein Meer aus Farben, und in dem ganzjährig warmen Wasser mancher Fließgewässer gedeihen auch im Winter sattgrüne Pflanzen.

Am Firehole River bei Sonnenaufgang.
Am Firehole River bei Sonnenaufgang. © Holger Rüdel

Yellowstone im Winter: Abenteuer in grandioser Landschaft

Diese extremen Kontraste bieten unerschöpfliche Möglichkeiten für die Naturfotografie. Aber: Eine Exkursion in das winterliche Yellowstone ist keine Erholungsreise, sondern pures Abenteuer mit Expeditionscharakter. Eisige Temperaturen bis gefühlt minus 50° C und eine oft tief verschneite Landschaft sind ein extremer Härtetest für Mensch und Material. Längere Aufenthalte im Freien sind – wenn überhaupt – nur mit spezieller Bekleidung und zusätzlichen wärmenden Einlagen in Handschuhen und Stiefeln möglich.

"Bobby sock trees": Tote Bäume in der Nähe einiger hydrothermaler Gebiete sehen aus, als würden sie weiße Socken tragen, die früher „Bobby Socks“ genannt wurden. Die toten Bäume saugen das mineralhaltige Wasser auf. Wenn das Wasser verdunstet, bleiben die Mineralien zurück und färben den unteren Teil der Bäume weiß. Der Schnee verstärkt den surrealen Eindruck der Landschaft bei diesem Bild.
“Bobby sock trees”: Tote Bäume in der Nähe einiger hydrothermaler Gebiete sehen aus, als würden sie weiße Socken tragen, die früher „Bobby Socks“ genannt wurden. Die toten Bäume saugen das mineralhaltige Wasser auf. Wenn das Wasser verdunstet, bleiben die Mineralien zurück und färben den unteren Teil der Bäume weiß. Der Schnee verstärkt den surrealen Eindruck der Landschaft bei diesem Bild. © Holger Rüdel

Tipps zur Ausrüstung und fotografischen Praxis

Eine Reise in das winterliche Yellowstone will also gut vorbereitet sein. Das gilt natürlich auch und gerade für die fotografischen Geräte. Nur das robusteste Equipment sollte im Gepäck sein. Und darf zum Schutz vor Kondensation keinen plötzlichen extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt werden. Mein Tipp: Kameras und Objektive nur gut verpackt in eine kalte Umgebung mitnehmen – und umgekehrt in eine warme.

Ebenfalls wichtig: Bei Aufnahmen mit Teleobjektiven in großer Kälte anfangs keine Gegenlichtblende verwenden, um Unschärfen durch einen Wärmestau vor der Linse zu vermeiden. Der bekannte Wildlife-Fotograf Steve Perry hat dieses Problem eingehend untersucht und berichtet darüber auf seiner Website: “Are Lens Hoods Wrecking Your Photos In Cold Weather?”

Ich kann Steve Perrys Testergebnisse aus eigener Erfahrung bestätigen.

Im Upper Geyser Basin im letzten Licht eines eiskalten Tages.
Im Upper Geyser Basin im letzten Licht eines eiskalten Tages. © Holger Rüdel

Landschaftsfotografie in Yellowstone im Winter

Natürlich gibt es keine Garantie für das perfekte Licht, um die winterliche Landschaft in Yellowstone eindrucksvoll in Szene zu setzen. Trübe Tage mit dichter Bewölkung, wie ich sie erlebt habe, sind nicht gut geeignet, um zum Beispiel Thermalquellen und Geysire zu fotografieren. Denn dann vermengen sich die aufsteigenden heißen Dämpfe konturlos mit dem Grau des Himmels.

Yellowstone - die Landschaft aus Feuer und Eis: extreme Kontraste im Biscuit Basin in einer Nahaufnahme.
Yellowstone – die Landschaft aus Feuer und Eis: extreme Kontraste im Biscuit Basin in einer Nahaufnahme. © Holger Rüdel

Wie so oft in der Landschaftsfotografie bieten sich auch im winterlichen Yellowstone am frühen Morgen bei Sonnenaufgang und im letzten Abendlicht die besten Chancen, um diese Wildnis aus Feuer und Eis fotografisch zu würdigen.


Aufnahmegeräte: Nikon D850, Z 7 und Z 8 mit AF-S Nikkor 70-200 mm 1:2,8G ED VR II, Nikkor Z 14-24 mm f/2,8 S und Nikkor Z 24-70 mm f/2,8 S.

 

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