Ausgrabungen am Tor des Danewerks bei Schleswig: Die Kunst der Ziegelsteine

Mittelalterliche Ziegelsteine am Tor des Danewerks © Holger Rüdel
Bei den Ausgrabungen am Tor des Danewerks wurden ungebrauchte Ziegelsteine entdeckt, die auf die Zeit um 1200 datiert werden. Einige dieser Steine sind hier zu einem bunten Mosaik zusammengefügt. © Holger Rüdel

Über die weithin beachteten archäologischen Entdeckungen am Tor des Danewerks bei Schleswig habe ich bereits in den Blogbeiträgen vom 29. September und 24. Oktober 2013 berichtet. Das deutsch-dänische Grabungsteam unter der Leitung von Dr. Astrid Tummuscheit und Diplom-Prähistorikerin Frauke Witte ermöglichte mir jetzt erneut einen fotografischen Blick auf Ergebnisse der Untersuchungen am mächtigen Bollwerk aus dem Mittelalter.

Dieses Mal wurde ich mit einem besonders spannenden Fund konfrontiert: Bei den Ausgrabungen entdeckten die Archäologen zahlreiche ungebrauchte Ziegelsteine, die auf die Zeit um 1200 datiert werden. In ihrem perfekten Erhaltungszustand und mit ihrer attraktiven Farbpalette von Hellorange bis Dunkelrot sind diese Artefakte extrem fotogen. Zu einem Mosaik zusammengelegt, ergibt sich eine Komposition, die Assoziationen an die Kunst des Konstruktivismus aufkommen lässt. Die “Kunst der Ziegelsteine” wird gekrönt durch ein einzigartiges Exemplar, bei dem ein Tier – wahrscheinlich ein Hund – den Abdruck einer Pfote beim Brennprozess hinterließ.

Dieser herausragende Fund lässt erahnen, welche archäologischen Überraschungen noch in der über 1.000 Jahre alten Wallanlage bei Schleswig verborgen sein können.

 

 

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