Graureiher im Morgenlicht

Ein Graureiher (Ardea cinerea) hält im morgendlichen Licht an einem Wasserlauf Ausschau nach Beute.
Ein Graureiher (Ardea cinerea) hält im morgendlichen Licht an einem Wasserlauf Ausschau nach Beute. © Holger Rüdel

Vor 50 Jahren war der Graureiher (Ardea cinerea) – auch Fischreiher genannt – in Mitteleuropa fast ausgestorben. Inzwischen unterliegt der storchengroße Vogel mit dem langen Hals und spitzen Schnabel dem allgemeinen Schutz der Europäischen Vogelschutzrichtlinie. Seitdem haben sich die Bestände deutlich erholt. Auch in Deutschland sind Graureiher wieder häufig am Rand seichter Gewässer oder in Feuchtgebieten zu sehen.

Die Fluchtdistanz der Graureiher

Es ist spannend, diesen intelligenten Großvogel bei der Jagd nach Mäusen, Amphibien und Fischen zu beobachten: Regungslos – und mitunter endlos lange – steht der gefiederte Räuber in seinem Revier, um plötzlich mit dem scharfen Schnabel zuzustoßen. Wenn es darum geht, ein größeres Opfer zu packen, stürzt sich der Graureiher manchmal sogar bis zum Hals in das Wasser.

Auch wenn die Fluchtdistanz der Reiher durch den ganzjährigen Schutz in den letzten Jahren zunehmend geringer wurde, lassen sich solche Szenen nicht ohne Tarnung aus der Nähe verfolgen oder gar fotografieren. Dazu sind die Tiere einfach zu wachsam und zu clever. Schon eine Annäherung auf 50 Meter empfinden die Vögel meistens als Bedrohung und fliehen. Um Graureiher in ihrer ganzen Größe ins Visier zu nehmen, braucht man als Tierfotograf deshalb ein gut getarntes Versteck an den Lieblingsplätzen der Vögel und sehr viel Geduld. 

Graureiher-Fotografie ohne Tarnzelt

Es gibt allerdings im Norden Schleswig-Holsteins einen Ort, wo es möglich ist, Graureiher ohne Störung aus der Nähe zu beobachten und zu fotografieren – ganz bequem ohne Tarnzelt aus dem Auto heraus. Menschen in Fahrzeugen werden von Tieren in der Regel nicht als Bedrohung wahrgenommen. So entstand an einem sonnigen Morgen im April dieses Porträt eines Graureihers am Rand eines Wasserlaufs. Er hatte sich auf die Erbeutung von Barschen konzentriert, die das flache Gewässer zum Laichen dicht bevölkerten.

Die impressionistisch anmutende Bildwirkung wurde durch das wunderbar weiche Bokeh des AF-S Nikkor 400 mm 1:2,8E FL ED VR bei weit geöffneter Blende erreicht.

Aufnahmedaten: Nikon Z7, AF-S Nikkor 400 mm 1:2,8E FL ED VR, Blende 4, 1/1000 Sekunde Belichtungszeit, ISO 90

 

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