Lightroom Tipps und Tricks: Bildqualität schnell verbessern

Funktion "Verbessern" in Lightroom Classic, hier in einem Screenshot mit einer DNG-Datei.
Zugang zur Funktion „Verbessern“ in Lightroom Classic, hier in einem Screenshot mit einer DNG-Datei. © Holger Rüdel

Bildqualität in Lightroom schnell verbessern? Ja, das funktioniert – dank einer genial einfachen Lösung, integriert in Lightroom Classic (und auch in Photoshop)!

Nur: Diese Option ist etwas versteckt und daher wenig bekannt. Ein Grund mehr, dieses hilfreiche Optimierungstool hier einmal vorzustellen.

Etwas versteckt: „Verbessern“ in Lightroom

Zwei Wege führen zur Funktion „Verbessern“ in Lightroom:

  • Entweder in der Lightroom-Menüleiste auf „Foto > Verbessern“ klicken oder
  • bei gedrückter Ctrl-Taste (Mac) bzw. mit der rechten Maustaste (Windows) auf das Bild klicken und in dem sich öffnenden Menü „Verbessern“ auswählen.

 

„Raw-Details“ und „Super Resolution“

Verbessern lassen sich RAW- und Nicht-RAW-Dateien wie JPEG und TIFF. Die Möglichkeiten sind – je nach Dateiformat – allerdings unterschiedlich:

  • RAW-Dateien von Kameras mit Bayer-Sensoren (Canon, Nikon, Sony und andere) und Fujifilm X-Trans-Sensoren sind mit der Option „Raw-Details“ optimierbar. Hier werden, so beschreibt es Adobe, klare Details und genauere Kantendarstellungen erzeugt, die Farbwiedergabe verbessert und Artefakte reduziert. Die Auflösung des optimierten Bildes entspricht der des Originalbildes.
  • Diese Funktion erscheint besonders nützlich für große Displays und Drucke, bei denen feine Details sichtbar sind. „Raw-Details“ ist – kompatible Dateiformate vorausgesetzt – kombinierbar mit „Super Resolution“.
  • Mit „Super Resolution“ erhält man eine Datei mit doppelter linearer Auflösung. Das bedeutet, dass das verbesserte Bild doppelt so breit und doppelt so hoch wie das Originalbild ist, also die vierfache Pixelgesamtzahl besitzt. Als Beispiel entsteht so aus einem 20-Megapixel-Foto eine Version mit 80 Megapixeln. Erreicht wird dieses Ergebnis nicht durch ein herkömmliches Bildvergrößerungsverfahren, wie man es etwa bei Photoshop als bikubische Methode kennt. Vielmehr setzt Adobe bei „Super Resolution“ auf künstliche Intelligenz, die durch Millionen Bilder in unterschiedlichen Auflösungen trainiert wurde.
  • „Super Resolution“ lässt sich nicht nur bei RAW-Dateien, sondern auch bei Bildern im JPEG- und TIFF-Format anwenden. Natürlich funktioniert „Raw Details“ bei JPEG und TIFF nicht.

 

Funktion "Verbessern" in Lightroom Classic, hier in einem Screenshot mit einer Nikon-RAW-Datei (NEF).
Funktion „Verbessern“ in Lightroom Classic, hier in einem Screenshot mit einer Nikon-RAW-Datei (NEF). © Holger Rüdel

Bildverbesserung mit Lightroom in der Praxis

Das alles hört sich ziemlich kompliziert an, ist es in der Praxis aber nicht. Lediglich zwei Schritte sind erforderlich, um Ergebnisse zu erzielen:

  • Im Dialogfenster „Verbessern“ auf die Vorschau klicken und die Maustaste gedrückt halten, um zu prüfen, ob das Bild optimiert wird.
  • Dann auf die Schaltfläche „Verbessern“ klicken, und schon erstellt Lightroom eine optimierte Version des ausgewählten Bildes. Diese verbesserte Variante wird im DNG-Format mit dem Zusatz „Verbessert“ im Dateinamen neben dem Quellbild gespeichert.

 
Ganz ähnlich ist übrigens das Vorgehen in Photoshop.

Funktion "Verbessern" in Lightroom Classic, hier in einem Screenshot mit einer TIFF-Datei.
Funktion „Verbessern“ in Lightroom Classic, hier in einem Screenshot mit einer TIFF-Datei. © Holger Rüdel

Verbessern: Sinnvoll oder nicht?

Macht es nun Sinn, das eigene Bildarchiv durchgängig mit dem Verbessern-Tool zu bearbeiten? Sicher nicht. Schon der enorme Zuwachs der Datenmenge spricht dagegen. Ich empfehle einen sparsamen, gezielten Einsatz – immer dann, wenn extreme Vergrößerungen oder Bildausschnitte produziert werden müssen, zum Beispiel von Dateien mit unzureichender Auflösung. Dann spielt das Tool seine Stärken überzeugend aus.

So konnte ich kürzlich von eingescannten älteren Kleinbilddias nach Optimierung durch „Super Resolution“ für einen Kunden Drucke im Format 90 x 60 cm in einer Qualität anfertigen lassen, die sonst nicht möglich gewesen wäre.

Fazit: Die Funktion „Verbessern“ in Lightroom und Photoshop ist – richtig eingesetzt – sinnvoll und verdient jede Beachtung.

 

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