Nikon D700, D800, D600 – D900?

Nikon D700
Nikon D700

Die gute „alte“ Nikon D700 begleitet seit ihrem Erscheinen im Sommer 2008 viele professionelle Fotografen weltweit zuverlässig. Ein Blick in Magazine wie zum Beispiel NikonPro, in dem internationale Nikon-Profis mit ihren Portfolios vorgestellt werden, belegt die große Verbreitung dieser Kamera im Lager der Berufsfotografen eindrucksvoll. Als Nikon Anfang Februar 2012 die D800 präsentierte, wurde dieses Modell von manchen selbsterklärten Experten schon zum Nachfolger der D700 ausgerufen. Das ist jedoch ein Irrtum. Die D800 spielt in einer anderen Liga. Sie wendet sich mit ihrer extremen Auflösung vorzugsweise an (Berufs-) Fotografen, die im Format einer handlichen Kleinbildkamera die Bildqualität eines Mittelformatsystems benötigen. Nikon hatte für seine im Frühjahr gestartete D800-PR-Kampagne dementsprechend jeweils einen bekannten Vertreter aus den Bereichen Architektur-, Mode-, Hochzeits- und Naturfotografie ausgewählt und mit der Kamera arbeiten lassen. Über den Outdoor-Einsatz von Jim Brandenburg habe ich in diesem Zusammenhang in meinem Blog bereits berichtet.

Wenn die D800 also nicht der Nachfolger der D700 ist, so stellt sich die Frage, was Nikon auf dem Sektor einer als „Generalist“ universal einsetzbaren digitalen Kleinbildkamera mit professioneller Ausstattung im Preissegment unter 3.000 Euro plant. Bei diesem Thema brodelt es in der Nikon-Gerüchteküche: So wird kolportiert, dass im Spätsommer 2012, noch vor der Photokina, eine D600 mit einem 24-Megapixel-Sensor vorgestellt wird – zwar mit vielen Features der Spitzen-Kameras von Nikon und zu einem Preis von deutlich unter 1.200 Euro, aber mit einem entscheidenden Nachteil: Die enorme Objektivkompatibilität, das Alleinstellungsmerkmal des professionellen Nikon-Systems, ist nicht gegeben. Sollten diese Informationen stimmen, wird man die D600 sicher nicht als Nachfolgerin der D700 einstufen können. Dabei gibt es für Nikon seit dem kürzlichen Erscheinen der Canon EOS 5D Mark III starken Handlungsdruck im Segment der „Generalisten“: Nikon muss nachlegen und ein Werkzeug auf den Markt bringen, das als echter D700-Nachfolger der EOS 5D Mark III zumindest ebenbürtig ist. Ich vermute deshalb, dass noch in diesem Jahr ein solches Modell, tauglich als „Arbeitspferd“ für einen breiten Kreis von Profis, vorgestellt wird. Es würde mich nicht überraschen, wenn die Bezeichnung D900 lautet …

 

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