GDT Europäischer Naturfotograf 2016

Audun Rikardsen, Norwegen: Ein Atemzug in der Polarnacht
Audun Rikardsen, Norwegen: Ein Atemzug in der Polarnacht

Die Präsentation der Wettbewerbsergebnisse „Europäischer Naturfotograf des Jahres“ gehört inzwischen zum festen Angebot des Stadtmuseums Schleswig. Ausgerichtet wird dieser renommierte Wettbewerb jährlich von der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT), einer der größten Vereinigungen für Naturfotografie weltweit. Die GDT möchte mit authentischen und ästhetisch ansprechenden Bildern für den respektvollen Umgang mit der Natur und für den Erhalt von Arten und Lebensräumen werben.

1.100 Amateur- und Profi-Naturfotografen aus 38 Ländern wetteiferten mit 18.000 Einsendungen um eine Platzierung in den neun verschiedenen Kategorien sowie um den „Fritz-Pölking-Preis“. Zum Gesamtsieger des Jahres 2016 wurde Audun Rikardsen aus Norwegen mit seinem Bild „Ein Atemzug in der Polarnacht“ gekürt. Es zeigt einen luftholenden Schwertwal an der Meeresoberfläche in einem Fjord in der Nähe von Tromsø im nördlichen Norwegen. Rikardsen: „Während ein Fischtrawler seine Netze einholt, versucht ein Trupp Schwertwale seinen Anteil zu ergattern. Extreme Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit erzeugen einen geradezu magisch wirkenden Nebel über dem Meer. Mein Boot, die Kamera und auch ich selbst sind von Eiskristallen überzogen, was das Fotografieren zu einer echten Herausforderung macht. Es vergehen Stunden, bis es mir endlich gelingt, diese Situation im Bild festzuhalten.“

Audun Rikardsen

Audun Rikardsen arbeitet als Professor für Biologie an der Universität in Tromsø. Ursprünglich war er Fischereibiologe, doch heute erforscht er das Verhalten der Wale. Das Interesse für diese Meeressäuger wurde schon früh geweckt, denn sein Großvater arbeitete als Walfänger. Heute profitiert er von seinen Kenntnissen über die regionale Tierwelt und ihren Lebensraum. Ein bisschen verrückt muss man schon sein, wenn man im hohen Norden Europas im Winter zwischen Walen tauchen geht. Und erfinderisch. Um seine Ideen umzusetzen, entwickelte er ein spezielles Kamerasystem inklusive eines speziellen Unterwassergehäuses und leistungsstarker Blitze. Dieses selbstgebaute System ermöglicht ihm das Fotografieren unter den schlechten Lichtbedingungen des Polarwinters. Insgesamt hat Audun Rikardsen in den vergangenen zwei Jahren ca. 100 Tage auf und unter Wasser verbracht.

Das Stadtmuseum Schleswig zeigt die prämierten Fotos vom 7. April bis 5. Juni 2017 im S-Foto Forum. Führungen durch die Ausstellung finden statt am 9. April, 14. Mai und 28. Mai jeweils um 15:00 Uhr.

 

 

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