Art Wolfe – Erleuchtung

Erleuchtung © Art Wolfe/ Art Wolfe Stock
Buddhistische Novizen meditieren in den Stunden vor der Morgendämmerung im Mahagandayon-Kloster, Myanmar (Ausschnitt).
© Art Wolfe/ Art Wolfe Stock

Art Wolfe ist einer der bedeutendsten Fotografen der Gegenwart. Das Schleswiger Stadtmuseum zeigt vom 3. Juni bis zum 30. Oktober 2016 die weltweit erste Retrospektive des Amerikaners unter dem Titel „Die Erde ist mein Zeuge“. Das Schleswig-Holstein Journal, das Magazin des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages, stellt in einer von mir verfassten Serie die besten Fotos von Art Wolfe vor. Am 16. Juli 2016 erschien mein zehnter und abschließender Beitrag. Er behandelt das Porträt einer Gruppe junger Mönche in einem Kloster in Myanmar:

Auf viele Fotografen übt das südliche und südöstliche Asien mit seinen Naturschätzen, dem bunten Völkergemisch, seinen einzigartigen religiösen Zeremonien und spektakulären Ereignissen wie dem indischen Holi-Fest, dem „Fest der Farben“, eine magische Anziehungskraft aus. Art Wolfe hat diesen Teil des Planeten wie kaum ein anderer mit seiner Kamera erforscht – zu Wasser, zu Land und zu Luft. Eines seiner ersten Auftragsfotos entstand genau in diesem Teil Asiens, als er 1984 eine Expedition von amerikanischen Bergsteigern im Hochland von Tibet am Fuß des Mount Everest begleitete und dabei in einen engen Kontakt mit tibetischen Hirten kam. „Schon damals wusste ich“, erinnert sich Art Wolfe, „dass ich wieder in Gegenden reisen würde, in denen ich Völker wie diese fotografieren konnte, die seit Jahrhunderten ihren kulturellen Traditionen folgten.“

Vor diesem Hintergrund hat Art Wolfe neuerdings Myanmar, das „Reich der Buddhas und goldenen Pagoden“, für sich entdeckt und das bis vor kurzem streng abgeschottete südostasiatische Land allein oder mit Workshop-Teilnehmern mehrfach bereist. Einige seiner eindrucksvollsten neueren Aufnahmen stammen aus Myanmar, etwa das grandios komponierte Foto der Einbeinfischer vom Inle-See oder das hier vorgestellte Porträt buddhistischer Klosterschüler bei der Meditation in den Stunden vor der Morgendämmerung. Es ist für mich eines der wunderbarsten Bilder im Gesamtwerk von Art Wolfe.

Und es unterstreicht, was Wade Davis im Vorwort zum Bildband „Earth Is My Witness“ bzw. „Eden“ (deutsche Ausgabe) als Fazit formuliert: „Wer ein wirklich guter Fotograf sein will, muss in der Lage sein, mit Licht zu malen und mitten im Chaos visueller Wahrnehmungen jenen Moment zu erfassen, in dem Motiv, Beleuchtung und Perspektive optimal zusammenwirken und die transzendente Schönheit der Welt zur Geltung kommt. Nur wenige werden es trotz aller technologischen Fortschritte zu solcher Meisterschaft bringen, und noch seltener werden Art Wolfes Leistungen als Künstler, Fotograf, Umweltschützer und passionierter Chronist unseres Planeten übertroffen werden“.

 

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