Island. Vík

Die Bucht von Vík í Mýrdal im Süden Islands im Licht eines Abends im Juni. Im Hintergrund ragen die Basaltfelsen Reynisdrangar, das Wahrzeichen des Ortes, aus dem Meer empor.
Die Bucht von Vík í Mýrdal im Süden Islands im Licht eines späten Abends im Juni. Im Hintergrund ragen die Basaltfelsen Reynisdrangar, das Wahrzeichen des Ortes, aus dem Meer empor. © Holger Rüdel

Vík í Mýrdal an der Südküste Islands ist eine weitere Top-Adresse unter den vielen Sehenswürdigkeiten der Insel im Nordatlantik. Vík bietet eine perfekte Naturkulisse: eine langgestreckte Bucht mit schwarzem Lavastrand, eine daran anschließende steil aufragende Felsenküste und die mystischen Basaltsäulen Reynisdrangar in der Ferne. Der schwarze Sandstrand wurde 1991 als einer der zehn schönsten nicht-tropischen Strände der Welt eingestuft.

Vík í Mýrdal und der Tourismus

Wie so viele andere attraktive Orte in Island wird Vík in der touristischen Hochsaison, in den Monaten Juni, Juli und August, von Touristen aus aller Welt geradezu überschwemmt. Aus der Sicht eines Naturfotografen merkte Hans Strand dazu in seinem opulenten Island-Bildband kürzlich an: 

Viele Merkmale der einzigartigen isländischen Landschaft haben sich zu ikonischen Touristenattraktionen entwickelt. Menschen aus der ganzen Welt kommen, um Wasserfälle, Gletscher und Vulkane zu betrachten. Mit dem zunehmenden Tourismus in den letzten Jahrzehnten ist es schwer, das ursprüngliche, echte Wildniserlebnis zu wiederholen, das ich vor 23 Jahren hatte, als ich das erste Mal nach Island gekommen bin, um die Landschaft zu dokumentieren. Man ist heute gezwungen, diese wunderschönen Orte gemeinsam mit Busladungen voller Touristen zu genießen. Die isländische Natur ist leider kommerzialisiert worden.

Die Bucht von Vík in einer Langzeitbelichtung

Um den Touristenmassen an den populären Orten des Landes als Fotograf zu entgehen, gibt es allerdings einen Rettungsanker: Es wird im kurzen isländischen Sommer nicht dunkel. Und ab dem frühen Abend einsamer an den landschaftlichen Hot Spots.

So entstand auch meine Aufnahme der Bucht von Vík í Mýrdal mit den düster aus dem Meer aufragenden Basaltsäulen Reynisdrangar in der Ferne zu später Stunde, als die Spaziergänger von ihren Wanderungen am schwarzen Lavastrand zurückgekehrt und in ihre Quartiere gegangen waren. Eine Langzeitbelichtung von acht Sekunden brachte genau jenen Eindruck der Ruhe und Zeitlosigkeit zum Ausdruck, den ich an diesem Abend beim Blick auf die Bucht empfand.

Können wir uns so das ursprüngliche Island vorstellen? 

Aufnahmedaten: Nikon D850 mit AF-S Nikkor 28 mm 1:1,8G ED, Blende 11, 8 Sekunden Belichtungszeit, ISO 31  

 

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