Testbericht Nikon Z 14-24mm f/2,8 S

Das Nikkor Z 14-24mm f/2,8 S ist das zweite Ultra-Weitwinkelobjektiv im Sortiment des spiegellosen Z-Systems von Nikon.
Das kompakte Nikkor Z 14-24mm f/2,8 S, hier montiert an einer Nikon Z 7. © Holger Rüdel

Das Nikkor Z 14-24mm f/2,8 S ist das zweite Ultraweitwinkel-Zoomobjektiv im Sortiment des spiegellosen Z-Systems von Nikon und ergänzt somit das vielfach gelobte Nikkor Z 14-30mm f/4 S.

Das Nikon Z 14-24mm f/2,8 S: Ultraweitwinkel-Zoomobjektiv mit professioneller Ausstattung 

Die Top-Features des Z 14-24mm f/2,8 S sind:

  • Durchgängige Lichtstärke von 1:2,8
  • Ultrakompakt. Laut Nikon ist es das weltweit kürzeste Ultraweitwinkel-Zoomobjektiv für Vollformatkameras mit einer Lichtstärke von 1:2,8.
  • Das Gewicht beträgt nur 650 g.
  • Filtergewinde. Das kompakte Design erlaubt die Verwendung von Schraubfiltern in Verbindung mit der mitgelieferten speziellen Gegenlichtblende.
  • In das hintere Filterfach können Folienfilter eingesetzt werden.
  • Abdichtung sämtlicher beweglichen Teile des Objektivtubus zum Schutz vor Staub und Feuchtigkeit
  • Integriertes OLED-Display
  • L-Fn-Button und programmierbarer Kontrollring
  • 16 Linsen in 11 Gruppen (einschließlich 4 ED-Glas-Linsen und 3 asphärischen Linsen)
  • ARNEO-, Nanokristall- und Fluorvergütungen

 

Das Nikkor Z 14-24mm f/2,8 S ist das zweite Ultra-Weitwinkelobjektiv im Sortiment des spiegellosen Z-Systems von Nikon.
Das Nikkor Z 14-24mm f/2,8 S in einer Seitenansicht. © Holger Rüdel

Das ist nur ein kleiner Auszug aus der üppigen Ausstattungsliste, mit der Nikon den professionellen Anspruch des Z 14-24mm f/2,8 S schon auf dem Papier unterstreicht. Nimmt man das Objektiv in die Hand, fällt sofort die hochwertige, robuste Fertigungsqualität auf. Alle Einstellelemente laufen geschmeidig und spielfrei. Das Nikkor Z 14-24mm f/2,8 S ist damit für eine lange Lebensdauer unter professionellen Bedingungen ausgelegt. 

Empfehlenswert: Schraubfilter von NiSi für das Z 14-24mm f/2,8 S

Bevor wir uns mit der optischen Performance befassen, muss das herausragende konstruktive Merkmal des Z 14-24 besonders gewürdigt werden: Das Superobjektiv erlaubt die Verwendung von Schraubfiltern (112 mm). Diese werden nicht direkt in die Frontlinse eingesetzt, sondern in eine mitgelieferte, speziell konstruierte Gegenlichtblende, die anstelle der normalen montiert wird.

 

Zugegeben: Diese Lösung macht das Objektiv ausladender (und auffälliger), ist aber ein riesiger Fortschritt im Vergleich zu dem Pendant aus dem F-Objektivsortiment, dem AF-S Nikkor 14-24mm 1:2,8G ED. Diese Standardlinse vieler professioneller Fotografen ermöglicht keinen Einsatz von Schraubfiltern, so dass man sich mit komplexen (und teuren) Halterungen von Fremdherstellern für großdimensionierte Einsteckfilter behelfen muss.

Das Nikkor Z 14-24mm f/2,8 S ist das zweite Ultra-Weitwinkelobjektiv im Sortiment des spiegellosen Z-Systems von Nikon, hier mit eingeschraubtem Filter in der Spezial-Gegenlichtblende. Rechts daneben ist der Schutzdeckel für diese Kombination zu sehen.
Das Nikkor Z 14-24mm f/2,8 S ist das zweite Ultraweitwinkel-Zoomobjektiv im Sortiment des spiegellosen Z-Systems von Nikon, hier mit eingeschraubtem Filter in der Spezial-Gegenlichtblende. Rechts daneben ist der Schutzdeckel für diese Kombination zu sehen. © Holger Rüdel

Allerdings: Der Markt für lieferbare Schraubfilter in der Größe 112 mm ist (noch) überschaubar. Aktuell erhältlich ist die Kollektion von NiSi, die laut Hersteller speziell für das Z 14-24mm f/2,8 S entwickelt wurde.

Ich habe die NiSi-Filter ND64, ND 1000 und CPL (Polarisation) getestet und bin mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Die Filter sind präzise verarbeitet, farbneutral und – sicher auch dank der cleveren Konstruktion der Filterhalterung per Extra-Gegenlichtblende – ohne negativen Einfluss auf die Vignettierung. Zudem wird die Scharfzeichnung des Objektivs nicht verschlechtert.

Fischerboote am Ufer der Schlei in der Fischersiedlung Holm in Schleswig. Nikon Z 7, Nikkor Z 14-24mm f/2,8 S (14 mm, f/5,6, ISO 64).
Fischerboote am Ufer der Schlei in der Fischersiedlung Holm in Schleswig. Nikon Z 7, Nikkor Z 14-24mm f/2,8 S (14 mm, f/5,6, ISO 64). © Holger Rüdel

Die optische Performance des Z 14-24mm f/2,8 S

Ich nehme das Ergebnis meiner ausführlichen Tests in der “freien Wildbahn” einmal vorweg: Die optische Qualität des Nikkor Z 14-24mm f/2,8 S ist herausragend. Mit dieser Einschätzung bin ich nicht allein. Der bekannte Fotograf und Technikspezialist Nasim Mansurov aus den USA lobte das Z 14-24mm f/2,8 S kürzlich auf seiner Website photographylife.com als das “beste Ultra-Weitwinkelzoom, das ich jemals getestet habe”. 

Bildmitte

Die optische Leistung überzeugt in der Bildmitte bereits bei offener Blende. Das gilt für alle getesteten Brennweiten, wie die folgenden Ausschnitte – hier in Web-gerechter niedriger Auflösung – zeigen. Jeweils im Vergleich dazu Aufnahmen mit Blende 5,6: 

 

Selbst bei einer 100-%-Ansicht der RAW-Dateien auf dem Monitor sind in dieser Aufnahmereihe keine signifikanten Unterschiede in der Bildqualität bei Blende 2,8 gegenüber Blende 5,6 feststellbar. Ein ungewöhnlich gutes Ergebnis für ein Ultraweitwinkel-Zoomobjektiv mit dieser hohen Lichtstärke. 

Ist das Z 14-24mm f/2,8 S deshalb uneingeschränkt offenblendtauglich? Diese Frage lässt sich erst nach einem Blick auf die optische Performance der Bildränder beantworten. 

Bildecken

Die folgende Galerie zeigt Ausschnitte aus dem Motiv “Fischerboote am Ufer der Schlei in der Fischersiedlung Holm in Schleswig” (oben). Zu sehen ist die rechte obere Bildecke bei den Brennweiten 14, 16, 20 und 24 mm – jeweils mit Blende 2,8 und 5,6 fotografiert. Ich habe mich hier der Übersichtlichkeit halber nur auf einen einzigen Randbereich konzentriert – stichprobenartige Untersuchungen anderer Bildecken bestätigen die folgenden Ergebnisse.

 

Fazit dieses Vergleichs: Die optische Performance des Z 14-24mm f/2,8 S bewegt sich an den Bildrändern fast auf dem hohen Niveau wie in der Bildmitte. Schon bei offener Blende zeichnet das Objektiv Bildecken bei allen getesteten Brennweiten erstaunlich scharf. Auflösung und Kontrast lassen sich durch geringe Abblendung steigern. Eine stärkere Abblendung empfiehlt sich wegen der Beugungsunschärfe nur in Ausnahmefällen. 

Vignettierung, Verzerrung und chromatische Aberration

Ultraweitwinkelobjektive sind für Randabschattungen konstruktionsbedingt besonders anfällig. Das gilt nicht für das Nikkor Z 14-24mm f/2,8 S. Die Nikon-Ingenieure haben hier eine Top-Leistung vollbracht: Vignettierung ist nur bei offener Blende auffällig, bei Blende 4 deutlich reduziert und bei Blende 5,6 nicht mehr sichtbar.

Im Vergleich zu anderen Ultraweitwinkel-Zoomobjektiven konnte Nikon die Randabschattung beim Z 14-24 mm f/2,8 S somit extrem “bändigen”. Hier ein Blick auf die Situation bei 14 mm (Blende 2,8 bis 8):

 

Das überraschend geringe Ausmaß der Randabschattung bei diesem Extrem-Objektiv liegt wahrscheinlich auch an dem gelungenen Zusammenspiel zwischen dem Z 14-24mm f/2,8 und der Software-gesteuerten kamerainternen Kompensation der Vignettierung, die sich im Menü der Z-Serie in verschiedenen Stufen aktivieren lässt (“Fotoaufnahme→Vignettierungskorrektur”).

Zudem können – im Gegensatz zum Import von RAW-Dateien der Nikon-DSLR-Kameras – bei bestimmten Modellen der Z-Serie (gesichert: Z 7) Einstellungsparameter der Kamera von Lightroom in den NEF-Dateien ausgelesen und importiert werden. Zu diesen Daten zählen auch die Werte von Vignettierungskorrekturen.

Das erleichtert die Nachbearbeitung in Lightroom erheblich. Allerdings wird man in kritischen Fällen – wie etwa Landschaftsaufnahmen bei offener Blende – um eine manuelle Korrektur der Vignettierung über Lightroom oder Photoshop nicht immer herumkommen. 

Am Ufer des Selker Noores im Winter. Das Selker Noor ist eine seeartige Bucht der Schlei südlich von Schleswig. Nikon Z 7, Nikkor Z 14-24mm f/2,8 S (14 mm, f/4, ISO 64).
Am Ufer des Selker Noores im Winter. Das Selker Noor ist eine seeartige Bucht der Schlei südlich von Schleswig. Nikon Z 7, Nikkor Z 14-24mm f/2,8 S (14 mm, f/4, ISO 64). © Holger Rüdel

Auch die kameraseitig erfassten Werte für Verzerrung und chromatische Aberration werden in der RAW-Datei gespeichert. Im Entwicklungsmodul von Lightroom lassen sich die korrigierten Problemfelder der Optik im Menü “Objektivkorrekturen→Profil→Profilkorrekturen” bei einem Klick auf das “i” unten links ablesen. Bei einer Z 7 ist dann folgende Information zu sehen: “Nikon Z 7/Nikkor Z 14-24mm f/2,8 S. Diese Raw-Datei enthält ein integriertes Objektivprofil zur Korrektur von Verzerrung, chromatischer Aberration und Vignettierung. Das Profil wurde bereits automatisch auf dieses Bild angewendet.”  

Nach meinem Eindruck ist die kamerainterne Korrektur von Verzerrung und chromatischer Aberration beim Nikkor Z 14-24mm f/2,8 S so gut gelöst, dass in der Nachbearbeitung der NEF-Dateien keine manuellen Eingriffe erforderlich sind. Stürzende Linien müssen allerdings weiterhin manuell korrigiert werden. Sie sind ja kein Abbildungsfehler des Objektivs, sondern durch die Gesetze der Physik bedingt. Auch hier bieten Lightroom, Photoshop und andere Bildbearbeitungsprogramme hilfreiche Korrektur-Tools.

Bokeh     

Unschärfen werden angenehm weich, aber nicht spektakulär abgebildet. Das kann man auch bei einem Ultraweitwinkel-Zoomobjektiv nicht erwarten. Dann besser zu lichtstarken Festbrennweiten greifen!

Fazit

Mit dem Nikkor Z 14-24mm f/2,8 S setzt Nikon einen neuen Maßstab in der Klasse der Ultraweitwinkel-Zoomobjektive. Das Z 14-24 mm f/2,8 S erfüllt mit seiner Verarbeitungsqualität, Robustheit, optischen Performance und Kompaktheit alle Voraussetzungen für exzellente Ergebnisse in der Bildreportage, Landschaftsfotografie und bei Architekturaufnahmen. 

 

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