Art Wolfe – Braunbärin mit Jungen

Braunbärin mit Jungen in Alaska © Art Wolfe/ Art Wolfe Stock
Braunbärin mit Jungen in Alaska © Art Wolfe/ Art Wolfe Stock

Art Wolfe ist einer der bedeutendsten Naturfotografen der Gegenwart. Das Schleswiger Stadtmuseum zeigt vom 3. Juni bis zum 30. Oktober 2016 die weltweit erste Retrospektive des Amerikaners unter dem Titel „Die Erde ist mein Zeuge“. Das Schleswig-Holstein Journal, das Magazin des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages, stellt in einer von mir verfassten Serie die besten Fotos von Art Wolfe vor. Am 4. Juni 2016 erschien mein Beitrag über das Bild einer Bärin mit ihren Jungen:

Es gibt nur wenige Fotografen auf der Welt, die allen Themenbereichen gleichermaßen gewachsen sind und hier Spitzenleistungen vollbringen. Art Wolfe ist einer davon. Und so sind auch seine Tieraufnahmen nicht nur technisch und kompositionell brillant, sondern vor allem berührend. Ein wunderbares Beispiel für eines seiner emotional packenden Tierfotos ist die Aufnahme einer Braunbärin mit ihren Jungen. Das Bild entstand 2012 im Lake Clark National Park und Preserve in Alaska. Art Wolfe schilderte mir exklusiv für die Leser des sh:z-Magazins, wie es dazu kam: „Im Frühjahr kommen die Braunbärinnen mit ihren Jungen zu den Uferzonen entlang der Küste Alaskas, um sich von dem saftigen Gras zu ernähren oder bei Ebbe im Wattenmeer nach Muscheln zu suchen. Dieses Muttertier hier im Bild fraß gerade genüsslich im hohen Gras, als ich sie entdeckte. Sie war sich meiner Gegenwart voll bewusst und schien sich nicht daran zu stören. Das war in diesem Fall nicht erstaunlich, denn es handelt sich um eine Gegend in Alaska, in der Fischer und Bären in friedlicher Koexistenz leben. Dort sind Bären also an Menschen gewöhnt. Dennoch ist eine Mutter immer vorsichtig, weil sich große männliche Bären nähern könnten, um sich mit ihr zu paaren und vorher die Jungen zu töten. Kurz bevor das Bild aufgenommen wurde, waren die Jungtiere etwa 20 Meter hinter ihr und balgten herum. Als ihre Mutter plötzlich aufhörte zu fressen, beendeten sie ihr Spiel und liefen direkt zu ihr. Es war offensichtlich, dass sie von der Mutter ausgebildet worden waren, aufzupassen und auf weitere Anweisungen zu warten. Die Mutter hielt währenddessen angestrengt Ausschau. Was ihre Aufmerksamkeit auf sich zog, war ein Flussotter, der in der Nähe durch das Gras lief und die ganze Aufregung verursachte. Als er verschwunden war, entspannte sich die Bärin, und ihre Jungen begannen wieder zu spielen. Ich liebe dieses Foto, weil ich bei Bären noch nie ein Verhalten gesehen habe, bei dem Jungtiere mit ihren Pfoten derart aufgereiht in Habachtstellung stehen.“

 

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