Hamburg, 19. Mai 1972. Ein Anruf von Karin Rocholl, Bildchefin von „Konkret“. Als Student der Fotografie an der Hochschule für bildende Künste war ich damals als freier Mitarbeiter für das Magazin tätig. „Mach dich bitte sofort auf den Weg zum Axel-Springer-Hochhaus, da sind Bomben explodiert“, lautete der Auftrag von Karin Rocholl. Ich wohnte nur zwei Kilometer vom Springer-Verlagsgebäude in der Kaiser-Wilhelm-Straße entfernt und erreichte den bereits weiträumig abgesperrten, für mich als Pressevertreter allerdings zugänglichen Tatort nach wenigen Minuten.
Was war geschehen? Gegen 15:41 Uhr hatte es im dritten Stock des Springer-Hochhauses eine heftige Explosion durch eine Rohrbombe gegeben. Wenige Minuten danach zündeten zwei weitere Sprengsätze, die im sechsten Stock versteckt waren. Dutzende Verlagsmitarbeiter wurden verletzt, zwei von ihnen schwer. Drei weitere Bomben konnten später entschärft werden.
„Enteignet Springer!“
Nach einigen Tagen bekannte sich die „Rote Armee Fraktion“ (RAF) zu dem Anschlag, bedauerte aber die Opfer unter den Arbeitern und Angestellten. Für diesen blutigen Ausgang machte die RAF die Verlagsleitung verantwortlich, die das Gebäude trotz Warnungen nicht rechtzeitig geräumt habe. Das angeblich von Ulrike Meinhof verfasste Schreiben endete mit dem Aufruf „Enteignet Springer!“
Diese Parole war eine der beherrschenden Losungen der Studentenbewegung von 1968. Mit extrem einseitigen, diffamierenden Artikeln, vor allem in der „Bild“-Zeitung, hatte sich der Axel-Springer-Verlag zum Hauptfeind der linken Opposition und später dann der terroristischen RAF gemacht.
Das Attentat in Hamburg war Teil einer Serie von sechs Sprengstoffanschlägen der RAF im „blutigen Mai“ 1972. Insgesamt wurden dabei vier Menschen ermordet und 74 verletzt.
Eine meiner Auftragsfotografien vom Bombenanschlag auf das Axel-Springer-Hochhaus erschien in der „Konkret“-Ausgabe vom 13. Juli 1972.
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Ende Februar 2020 haben sich unzählige Kormorane auf der Möweninsel in der Schlei in Sichtweite der Stadt Schleswig versammelt – zum Leidwesen der Fischer.
Der Winter ist die beste Zeit, um die Landschaft in Yellowstone eindrucksvoll in Szene zu setzen. Eisige Temperaturen bis -50° C sind allerdings ein Härtest für Mensch und Material.
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