Yellowstone National Park wieder offen

Gegenlicht am Grand Prismatic Spring im Yellowstone National Park in den USA lässt die Besucher wie Akteure eines Schattentheaters erscheinen.
Nähe und Distanz: Gegenlicht am Grand Prismatic Spring im Yellowstone National Park lässt die Besucher wie Akteure eines Schattentheaters erscheinen. © Holger Rüdel

Endlich wieder zugänglich: Am 1. Juni 2020 öffnete der Yellowstone National Park wieder seine Tore nach der COVID-19-bedingten Schließung im März 2020. 

Yellowstone, im Westen der USA in den Rocky Mountains gelegen, ist der älteste Nationalpark der Welt – und mit jährlich 3.000.000 Gästen einer der meistbesuchten. Er bildet ein Ökosystem, das in seiner Vielfalt auf der Welt einzigartig dasteht. Mit seiner in weiten Teilen unberührten Wildnis dient der Park seltenen und teilweise bedrohten Tierarten – vor allem Bisons, Grizzlybären und Wölfen – als wichtiges Rückzugsgebiet.

Und mit seinen 10.000 heißen Quellen und 300 Geysiren formt er ein geothermisches Wunderland: Bunte thermophile Bakterien und Algen tauchen die vulkanische Landschaft an vielen Stellen in ein Meer von Farben. Mineralische Ablagerungen aktiver oder erloschener Quellen schaffen bizarre Strukturen, und in dem ganzjährig warmen Wasser mancher Fließgewässer gedeihen selbst im Winter sattgrüne filigrane Pflanzen. Höhepunkt dieses von der Natur geschaffenen Gesamtkunstwerkes ist Grand Prismatic Spring, die größte Thermalquelle der USA. 

Yellowstone: Nähe und Distanz

Hier entstand das Titelbild dieses Beitrages. Das Motiv – eine Infrarot-Fotografie – zeigt Besucher im abendlichen Gegenlicht auf dem Laufsteg, der einen Rundgang um Grand Prismatic Spring ermöglicht. Das Bild – es wurde vor der COVID-19-Pandemie aufgenommen – symbolisiert zwanglose Nähe und Distanz in der Interaktion der Figuren in diesem “Schattentheater”.

Das allerdings ist Geschichte. Heute, nach der Wiedereröffnung, heißt das Gebot: Abstand halten.

Dafür hat die Parkverwaltung zahlreiche Maßnahmen ergriffen. Zudem wurden COVID-19-Testkapazitäten geschaffen. Darüber hinaus nimmt der Park an einem Pilotprojekt für COVID-19-Überwachungstests teil. Die Gesundheitsbehörden von Montana haben diese Woche außerdem damit begonnen, die Mitarbeiter an vorderster Front umfassend zu testen. Weitere Überwachungstests sollen dabei helfen, eine COVID-19-Übertragung frühzeitig zu erkennen und Aktionen zur Schadensbegrenzung einzuleiten, bevor sich eine Infektion verbreitet.

Zwanglose Nähe und Distanz im Yellowstone National Park ist – so bleibt zu hoffen – bei diesen umfangreichen Schutz- und Vorsorgemaßnahmen bald keine Geschichte mehr.

 

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