Mit Jim Brandenburg in den Black Hills von South Dakota (USA)

Bison im Custer State Park © Holger Rüdel
Der Amerikanische Bison (Bison bison), auch als Büffel bezeichnet, ist ein Tier der nordamerikanischen Prärien und Wälder. Im Custer State Park in den Black Hills von South Dakota (USA) leben etwa 1300 dieser im 19. Jahrhundert fast ausgerotteten mächtigen Rinder in freier Wildbahn. © Holger Rüdel

Die Black Hills im Südwesten South Dakotas – das ist neben dem benachbarten Badlands National Park ein Eldorado für Tier- und Naturfotografen. Auch für Jim Brandenburg, den es seit über 30 Jahren regelmäßig von seinem heimatlichen Bundesstaat Minnesota aus in die Schwarzen Berge zieht. Nicht wegen der bekanntesten Touristenattraktion der Black Hills, dem Mount Rushmore National Memorial mit den vier Präsidentenköpfen, sondern wegen des grandiosen Wechselspiels von Prärielandschaften, wilden, dicht bewaldeten Bergketten und malerischen Seen. Und natürlich vor allem wegen der vielfältigen Tierwelt, die von den im 19. Jahrhundert fast ausgerotteten Bisons beherrscht wird. Allein im Custer State Park am Ostrand der Black Hills leben gegenwärtig Herden mit insgesamt etwa 1300 Exemplaren.

Bisons mit Symbolkraft

Bisons besitzen in den USA eine große Bedeutung und Symbolkraft. Das gilt auch für das Werk von Jim Brandenburg, in dem Büffel ein zentrales Motiv bilden. Als ich mit Jim den Custer State Park erreichte, brachen wir sofort zu einer fotografischen “Büffeljagd” auf. Dank seiner ausgezeichneten Ortskenntnisse und guten Kontakte zu den Park Rangern entdeckten wir sie nach einiger Suche – zunächst einzelne Exemplare, dann größere Herden dieser mächtigen nordamerikanischen Wildrinder. Wer sie fotografieren will, sollte sich ihnen niemals ohne eine nahe Rückzugsmöglichkeit nähern, denn Bisons sind unberechenbar; ihre Angriffe können tödlich enden. So folgte ich Jims Rat und nahm die Tiere mit dem AF-S Nikkor 70-200 mm, häufig kombiniert mit dem Telekonverter TC-20E III, aus dem Fahrzeug heraus ins Visier. “Look at that”, rief Jim plötzlich, als wir an einem hohen Weidezaun vorbeifuhren.

Gabelbock in Gefahr

Was war geschehen? Ein Gabelbock, in den USA als Pronghorn bezeichnet, hatte sich mit seinem Geweih in den Maschen des Zauns verfangen. Mit heftigen Kopfbewegungen und wilden Sprüngen versuchte er sich aus der Falle zu befreien. Es wäre zu gefährlich gewesen, ihm zu helfen, deshalb überlegten wir, die Park Ranger zu alarmieren. Plötzlich näherte sich von der anderen Zaunseite ein weiterer männlicher Gabelbock dem eingeklemmten Artgenossen in bedrohlicher Haltung. “He is going to kill him”, sagte Jim betroffen. Angesichts der Lebensgefahr mobilisierte der gefangene Gabelbock die letzten Kräfte. Endlich gelang es ihm, das Geweih aus dem Zaun zu befreien und unverletzt davonzulaufen. Wir waren erleichtert. Ein abenteuerlicher Fototag mit Jim Brandenburg in den Black Hills von South Dakota hatte ein Happy End gefunden.

 

 

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