Gezeitenwechsel. Knud Knudsen, der Wattpostbote

Knud Knudsen – bekannt durch Presse, Funk und Fernsehen: Er ist deutschlandweit der einzige Briefträger, der die Post zu Fuß durch das Watt befördert. Seit 2001 bringt er nebenberuflich Briefe und Pakete von Pellworm zur Hallig Süderoog im nordfriesischen Wattenmeer, wo nur eine Familie lebt. Hin und zurück sind es 14 Kilometer, die Knud bis in den November hinein barfuß in schnellem Schritt zurücklegt. Eineinhalb Stunden benötigt er für eine Strecke.
Tausend Kilometer im Jahr zu Fuß durch das Watt

„Ich habe schon die halbe Welt umrundet“, erzählt Knud, als ich ihn auf dem Marsch durch das Watt zur Hallig Süderoog und zurück begleite. „Im Jahr kommen ungefähr 1.000 Kilometer zusammen. Meistens bin ich drei Mal in der Woche unterwegs – natürlich nur, wenn das Wetter mitspielt.“ Vor Jahren war die Nordsee einmal so stark mit Eis bedeckt, dass der an extremes Klima gewöhnte Wattpostbote nicht losgehen konnte.

Knud Knudsen ist mit dem Wattenmeer, seinen Inseln und Halligen tief verwurzelt. Er hat zwar schon in anderen Orten wie Lübeck oder Kiel gelebt, aber Pellworm ist seine Heimat. „Das Leben auf einer Insel, das ist Ruhe und Weite. Vom Deich aus bis zum Horizont schauen oder den Sonnenuntergang sehen. In einer Großstadt würde ich untergehen“, sagt er.
Gezeitenwechsel – Nordfriesland und das Meer

Die Fotografien von Knud Knudsen sind Teil der Bildreportage Gezeitenwechsel – Nordfriesland und das Meer, an der ich im Auftrag der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein arbeite.
Mit diesem Vorhaben möchte die Sparkassenstiftung an die Vorgängerprojekte Zeitenwende. Die Fischer vom Holm in Schleswig an der Schlei und Nomaden unserer Zeit. Wanderschäfereien in Schleswig-Holstein anknüpfen.
Die Bildreportage Gezeitenwechsel mündet 2026/2027 in eine Ausstellung, die durch einen Bildband begleitet wird. Der Schriftsteller und Journalist Jochen Missfeldt aus Schleswig-Holstein konnte als Textautor für diese Publikation gewonnen werden.

Das Projekt Gezeitenwechsel wird – ergänzend zu den Eigenmitteln der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein – maßgeblich gefördert aus EU-Mitteln des Landesamtes für Landwirtschaft und nachhaltige Landentwicklung sowie der beiden beteiligten AktivRegionen Nordfriesland Nord und Uthlande.